News aus dem Department LL&M

Großgerät bewilligt
Das Bild zeigt das innerhalb von 20 Minuten hergestellte Clathrathydrat, das oberhalb des Gefrierpunktes stabil ist. (Foto: Uni Rostock)

Nanomanipulationsstation bewilligt

Für das fünfte Großgerät im Rahmen des Programms „Großgeräte in Forschungsbauten“ wurde durch die DFG eine Empfehlung ausgesprochen. Die Nanomanipulationsstation wurde durch Frau Prof. Speller und ihre Arbeitsgruppe Oberflächen- und Grenzflächenphysik beantragt. Mit diesem Großgerät werden Systeme auf der Nanometerskala präpariert, manipuliert und charakterisiert. Mit Hilfe solcher nanoskopisch-strukturierten Landschaften auf Oberflächen werden Fragen der Natur der Kopplung zwischen physikalischen, chemischen und biologischen Strukturen angegangen. Beispielsweise werden Nanoteilchen in die Nähe von Farbstoff-Nano Fasern geschoben um aus elektromagnetischen Nahfeldern ein- bzw. auszukoppeln. Einerseits sind Experimente in Ultrahochvakuum-Umgebung und die sogenannte korrelative Mikroskopie gefragt, andererseits sollen in situ Eingriffe in das System vorgenommen werden. So können Übergänge und Prozesse an spezifische Strukturelemente geknüpft werden und der Ursprung der Phänomene aufgeklärt werden.

Didaktik zwischen Forschung und Lehre: Titelbild für die Rostocker Chemie
Es gibt sie doch, die Wechselbeziehung von Forschung und Lehre. Und das nicht nur in der reinen Fachausbildung, sondern auch zwischen Fach und Fachdidaktik.  Also die „Kunst“ und die Wissenschaft des Lehrens und Lernens.
Eine gemeinsame Arbeit der Didaktik und der Physikalischen Chemie der Universität Rostock wurde mit einer Titelseite der Zeitschrift Chemie konkret (CHEMKON 2/2017) ausgezeichnet. Die Lehramtsanwärterin Viktoria Lehde konnte in ihrer Examensarbeit zeigen, wie ein sogenanntes Clathrathydrat innerhalb einer Unterrichtsstunde hergestellt werden kann.  Das sind kleine „Wasserkäfige“, die ein Gastmolekül beherbergen. Damit wurde aus aktueller Forschung ein interessantes Schulthema.
Die Titelseite zeigt ein oktaedrisches Clathrat-Hydrat, vereinfacht gesagt, Eiskristalle. Wasser bildet unter Einschluss des Moleküls Tetrahydrofuran  einen Eiskristall und zwar deutlich oberhalb des Gefrierpunkts. Dies gelingt durch die Erzeugung von Kristallisationskeimen. Bereits nach zwanzig Minuten ist das Clathrat-Hydrat so groß wie eine Streichholzschachtel und sieht aus wie ein Diamant. Damit kann die Herstellung von Clathrat-Hydraten im Unterricht gezeigt und thematisiert werden. Die verwandten Methanhydrate gelten als potenzielle fossile Energieträger, bei unkontrollierter Freisetzung des Gases Methan aber auch als Gefahr für das Klima. Die Bildung und Zersetzung der Hydrate liefern so Einblicke in ein aktuelles und nicht abgeschlossenes Forschungsthema.
„Wir bleiben am Ball“, erklären Alfred Flint und Ralf Ludwig, die beiden betreuenden Professoren aus der Didaktik der Chemie und der Physikalischen Chemie. Eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeiten zwischen Fach und Fachdidaktik ist fest eingeplant.

Lange Nacht der Wissenschaften
Das Department LL&M stellt sich auch dieses Jahr mit drei Forschungsthemen auf dem Südtadtcampus der Öffentlichkeit vor. Alle Neugierigen und Interessierten sind eingeladen am 27. April während der „Langen Nacht des Wissens“ unseren Neubau zu erforschen. Die wissenschaftlichen Beiträge sind auch auf der Homepage des Veranstalters (http://www.lange-nacht-des-wissens.de/) zu finden sein.

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

Leiter des Departments

Prof. Dr. Karl-Heinz Meiwes-Broer

Tel.: 0381/498 6800 /-8910
Fax: 0381/498 6802
E-Mail: meiwes(at)uni-rostock.de


Wissenschaftliche Koordinatorin

Dr. Susanne Radloff

Tel.: 0381/498-8911
Fax: 0381/498-6802

Albert-Einstein Str. 25, 18059 Rostock; Raum 235
E-Mail: susanne.radloff(at)uni-rostock.de

Termine des Departments LL&M


3.11. 12-14 Uhr interne ELMI Besprechung (229)
7.11. 11-12 Uhr ELMI Besprechung (229)
27.11. - 17 Uhr Haustreffen (110)
27.11. - 18 Uhr Mitgliederversammlung (110)
4.12. - 17 Uhr Vorstandssitzung (229)
18.12. - 17 Uhr Haustreffen (110)

2018

19.1. - 5. Workshop des Graduiertennetzwerkes LLM
23.1. - Wahl Dekan INF
10.4.  - Parlamentarischer Abend der INF in Schwerin
21.6.-22.6. - Treffen des wissenschaflichen Beirates mit Workshop

Statusseminare in den Forschungsvorhaben des BMBF-Verbundvorhabens „RESPONSE – Partnerschaft für Innovation in der Implantattechnologie“

Am 30. und 31. März 2017 fanden die diesjährigen Statusseminare in den Forschungsvorhaben des RESPONSE-Konsortiums (Sprecher: PD Dr. Niels Grabow, Vors. des Vorstands: Prof. Dr. Klaus-Peter Schmitz) in Warnemünde statt. 96 Teilnehmer von insgesamt 28 beteiligten Forschungseinrichtungen und Unternehmen nahmen hieran teil. Die RESPONSE-Forschungsvorhaben der ersten Umsetzungsphase widmen sich der Entwicklung von innovativen Implantaten in den Applikationsfeldern Herz-Kreislauf-System, Auge und Ohr. Hierzu zählen Systeme und Implantate im Blutkontakt, für minimalinvasive Herzklappentechnologien, zur Elektrostimulation des Herzens sowie für die Therapie der venösen Insuffizienz, ophthalmologische Konzepte zur Glaukomtherapie sowie zur Wiederherstellung der Akkomodationsfähigkeit und Implantatanwendungen für die stentbasierte Therapie der Mittelohrentzündunug sowie zur Verbesserung der Hörqualität und Langzeiteffektivität von Innenohrimplantaten. In Sitzungen zu den einzelnen Vorhaben wurde durch die RESPONSE-Konsortialpartner aus Forschungseinrichtungen und beteiligten Unternehmen ausgehend von der Darstellung der klinischen Situation und des damit verbundenen Innovationsbedarfs der derzeitige Stand der Forschungsaktivitäten diskutiert. In Anwesenheit von Vertretern des Projektträgers wurde hierbei auch die Einbindung in die Strategie des Zwanzig20-Konsortiums thematisiert.

LL&M Forscher untersuchen die Wechselwirkung von Glyphosat mit Bodensubstanzen

Glyphosat gehört weltweit zu den am meisten eingesetzten Herbiziden (2017 voraussichtlich 1.35 Mio. Tonnen). Einsatzgebiete finden sich nicht nur in der industriellen Landwirtschaft, auch bei Hobbygärtnern erfreut sich Glyphosat einer großen Beliebtheit. Über viele Jahre galt das Mittel als unbedenklich für Mensch und Umwelt, da davon ausgegangen wurde, dass Glyphosat stark an Metalloxide im Boden gebunden wird und deshalb nicht einfach in die Umwelt ausgewaschen werden kann. Einmal fixiert, wird Glyphosat dann von Bakterien zu Kohlenstoffdioxid und Phosphat abgebaut. Im Rahmen der anstehenden EU-weiten Verlängerung der Zulassung, geriet Glyphosat jüngst im Zusammenhang mit einer vermuteten Karzinogenität in die Schlagzeilen. Des Weiteren konnte eine Gruppe vom IOW Glyphosat in der Ostsee nachweisen, was der o.g. Hypothese eines lokalen Abbaus im Boden widerspricht.

Vor diesem Hintergrund hat sich ein Team aus Bodenkundlern (AG Prof. Leinweber) und theoretischen Physikern (AG Prof. Kühn) im Rahmen des Departments LL&M gebildet, um die Wechselwirkung von Glyphosat mit Bodenbestandteilen auf molekularer Ebene zu verstehen. Gefördert wird das Projekt durch das BMBF BonaRes Programm.

Durch Korrelation von Daten aus Sorptionsexperimenten mit theoretischen Ergebnissen zu Bindungsenergien von Komplexen aus Glyphosat und chemischen Bausteinen des Bodens, konnten nun erste Ergebnisse erzielt werden. Dabei zeigte es sich, dass die Vielzahl möglicher Bindungsmotive an Mineralien und organischen Bodenbestandteilen gegen ungebundenes Glyphosat im Boden spricht. Jedoch bildet Glyphosat sehr stabile Komplexe mit kleineren organischen Molekülen, die potentiell ausgewaschen werden können und sich somit in verschiedensten Ökosystemen wiederfinden. Mit dieser Erkenntnis ist ein erster Schritt getan. Die Komplexität des Systems „Boden“, von der molekularen bis hin zur makroskopischen Ebene, wird jedoch noch weitere Anstrengungen notwendig machen, bevor allgemeine Erkenntnisse zu den oben aufgeworfenen Problemen formuliert werden können.