Link: Suche und Kontakt
[Beginn des Inhalts]
Melanie Lange

- Kontakt:
Melanie Lange
Department „Wissen – Kultur – Transformation“
Interdisziplinäre Fakultät
Wismarsche Straße 8
18057 Rostock
E-Mail: melanie.lange(at)uni-rostock.de - Thema/ Themenschwerpunkt:
Die Hebräisch-Grammatik Elia Levitas in der Übersetzung Sebastian Münsters als Zeugnis interkulturellen und interrelegiösen Dialogs anhand eines Exemplars aus dem Bestand der Universitätsbibliothek Rostock
- Kurzexposé:
Ein bislang ungehobener Schatz der Universitätsbibliothek Rostock zeugt von einem nachhaltigen kulturellen Transfer und wissenschaftlichen Diskurs aus der Zeit des Renaissance-Humanismus und der Reformationsgeschichte: Das Bemühen, mit und an den Quellen zu arbeiten, hat den christlichen Kosmographen und Hebraisten Sebastian Münster (1488-1552) dazu bewegt, das Erlernen der hebräischen Sprache auf wissenschaftlicher Ebene zu fördern. So entschließt er sich, eine jüdische Hebräisch-Grammatik ins Lateinische zu übersetzen und tritt mit dem Urheber seiner sprachlichen Vorlage, dem jüdischen Philologen Elia Levita (1469-1549), in einen interkulturellen und interreligiösen Dialog.
Das Dissertationsprojekt hat die Übersetzung, Kommentierung und Edition dieses Werkes – des hebräischen Sefer ha-Diqduq bzw. der lateinischen Grammatica Hebraica Absolutissima – zum Ziel und wird sich außerdem mit der Frage befassen, wie der sprachwissenschaftliche Kenntnisstand auf dem Gebiet des Hebräischen seitens Levitas und Münsters einzuschätzen und wie ihr Wissen und dessen übersetzungsbedingte Transformation in ihren zeitlichen Kontext einzuordnen ist.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die didaktische Fragestellung: Anhand welcher Methoden wurde im 16. Jahrhundert Hebräisch gelehrt? Welchen Stellenwert hat dabei der Zugang zur hebräischen Bibel? Welche Schlussfolgerungen lässt dies in Bezug auf deren jüdische bzw. christliche Exegese und Rezeptionsgeschichte zu? Damit verbunden ist der Blick auf die Auswirkungen, die dieser Umgang mit der hebräischen Sprache und den biblischen Texten auf die jeweilige Theologie und Kultur der jüdischen und christlichen Rezipienten hat, und die Konsequenzen, die sich dadurch für das Verhältnis beider Religionen zueinander ergeben.
Nicht außer Acht bleibt die Einbettung der gewonnenen Erkenntnisse in die regionale Kultur- und Universitätsgeschichte des 16. Jahrhunderts. Am Beispiel des in der Hebraica-Sammlung der Universität Rostock vorliegenden Exemplars aus dem Nachlass des Rostocker Magisters und Pastors Georg Reiche (1495-1565) lässt sich die Rolle der Hebraistik vor Ort nachzeichnen.
Mit der Hebräisch-Grammatik Elia Levitas in der Münster’schen Übersetzung liegt ein Werk vor, das auf Generationen von christlichen Hebraisten eingewirkt hat, bislang jedoch nicht inhaltlich erarbeitet worden ist. Somit leistet das Dissertationsprojekt einen Beitrag zur Geschichte der Hebraistik und rückt das Zeugnis eines bemerkenswerten Kulturkontaktes und Wissensaustausches in das Licht gegenwärtiger Forschung. - Betreuer:
Prof. Dr. Martin Rösel (Erstbetreuer)
Prof. Dr. Rafael Arnold (Zweitbetreuer) - Forschungsinteressen:
- Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Alten Testaments
- Altorientalische (besonders altägyptische) Religionsgeschichte
- Hermeneutik des Wechselspiels zwischen Humanismus und reformatorischer Bewegung
- Komparative Linguistik und Translatologie auf dem Gebiet theologisch relevanter Texte
- curriculum vitae:
- 2005-2011: Studium der Evangelischen Theologie an der Universität Rostock
- 2007-2009: Studentische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Praktische Theologie, Prof. Dr. Thomas Klie, Universität Rostock
- seit Oktober 2011: Stipendiatin am Department „Wissen – Kultur – Transformation“ der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock
[Ende des Inhalts]


