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John Seidler

  • Kontakt
    John Seidler, Dipl.-Medienwissenschaftler
    Department „Wissen – Kultur – Transformation“
    Interdisziplinäre Fakultät
    Wismarsche Straße 8
    18057 Rostock
    E-Mail: john.seidler(at)uni-rostock.de

  • Thema/ Themenschwerpunkt:
    (Vorstellungs-)Bilder von geheimem Wissen und medialen Strukturen in Verschwörungstheorien
  • Kurzexposé:
    Im Fokus des Dissertationsprojekts steht die Frage nach der Legitimierung von nicht anerkannten Wissensbeständen und der Erlangung von Deutungshoheit in einer sich wandelnden medialen Öffentlichkeit. Inwiefern werden im Kontext der Pluralität neuer Medien neue Wahrnehmungsstandards entwickelt, die gerade Verschwörungstheorien besondere Glaubwürdigkeit verleihen?
    Das Forschungsvorhaben fragt nach der rhetorischen Struktur von erfolgreichen zeitgenössischen Verschwörungstheorien, genauer, nach der Bedeutung ihrer medialen Selbstreferenz.

    Wesentlicher Bestandteil dieser Erzählungen ist der Verweis auf vermeintlich manipulierte mediale Strukturen, die das geheime Wissen um eine mutmaßliche Verschwörung zurückhalten sollen und gleichzeitig die Rezipienten in bösartiger Absicht beeinflussen. Dementsprechend reagieren Verschwörungstheorien sensibel auf eine Neustrukturierung unserer Wissensbestände. Das gilt erst recht, seitdem neue Medien diesen Erzählungen ungeahnte Möglichkeiten der Produktion, Rezeption und Distribution bieten, die es anhand des Gegenstands in ihrer Wirkweise zu analysieren gilt. Den primären Untersuchungsgegenstand des Forschungsvorhabens bilden die Verschwörungstheorien zum 11. September 2001, welche bis heute als populäre Erzählung besonders im Internet zirkulieren.

    Die mediale Verarbeitung des Ereignisses stellt nicht bloß ausreichend Material bereit, sie stellt auch einen Präzedenzfall für die immer noch junge digitale Öffentlichkeit im Internet dar.
    An diesem Fall lässt sich auf besondere Weise das Verhältnis zwischen Wissen einerseits und Medien beziehungsweise Repräsentationen andererseits in dieser Epoche des Wandels nachvollziehen.
    Gerade das Internet, so scheint es aus Sicht der Verschwörungstheorie, dient hier der Sichtbarmachung von Wissen, das andere Medien bisher nicht vermitteln konnten oder unsichtbar gehalten haben. Es stellt sich nicht zuletzt auch die Frage, weshalb gerade in jüngster Vergangenheit diese Wahrnehmung von geheimem Wissen und medialen Strukturen besonders anschlussfähig erscheint.

  • Betreuer:
    Prof. Dr. Heiner Hastedt (Erstbetreuer)
    Prof. Dr. Clemens Cap (Zweitbetreuer)

  • Forschungsinteressen:
    • Medientheorie
    • Verschwörungstheorie,
    • Medienpsychologie
    • Geschichte der öffentlichen Kommunikation
    • digitale Utopien

  • curriculum vitae:
    • 2003-2009: Studium der Medienkulturwissenschaft, Medienpsychologie, Wirtschafts- und Sozialpsycholgie an der Universität zu Köln.
    • 2009: Diplom
    • 2010-2011: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Trustnet“ am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln; im Verbund mit der TU Berlin.
    • seit April 2011: Stipendiat am Department „Wissen – Kultur – Transformation“ der Interdisziplinären Fakultät der Universität Rostock

  • Publikationen:
    • Aufsätze:
      - mit Ellrich, L.; Funken, C.; Hörlin, S.; Thoma, J. (2010): TRUSTnet –
        Vertrauen und Misstrauen als Motoren von Innovationsprozessen
        in KMU-Netzwerken. In: Möslein; Trinczek; Bullinger; Danzinger;
        Lücking (Hg): BALANCE Konferenzband. Flexibel, stabil und
        innovativ: Arbeit im 21. Jahrhundert. Beiträge zur 1. Jahrestagung
        des BMBF-Förderschwerpunkts „Balance von Flexibilität und
        Stabilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt“, S. 67-74.
    • Vorträge:
      - mit Thoma, J. (2010) „Vertrauen und Misstrauen in
        KMU-Netzwerken“. Vortrag auf dem Workshop des
        Verbundprojektes „Trust – Arbeit und Vertrauen in
        unternehmensübergreifenden Konstellationen“, TU Darmstadt.
      - (2010) „Definitionsprobleme virtueller Gemeinschaften“. Vortrag
        im Rahmen der Vorlesung „Netzvertrauen“, 26.10.2010,
        Universität zu Köln.
      - (2011) „Medien und Verschwörung“. Vortrag im Rahmen der
        Ringvorlesung „Medien und... “, Zentrum für
        Medienwissenschaften, 18.04.2011, Universität zu Köln.
      - „Zum 'Bildbeweis' im Nachrichtendiskurs“. Vortrag im Rahmen der
        Vorlesung „Bilder, Texte, Fotos“, 10.05.2011, Universität zu Köln.
    • Medienberichte
      - Netz-Angriff der Namenlosen. In: Die Zeit, 16.04.2011.
      - Der Krieg um die Wahrheit von 9/11. In: T-Online Nachrichten,
        30.09.2011.
      - Widerhaken in einer digitalen Welt. In: Stuttgarter Zeitung,
        30.01.2012
      - Verschwörungstheorien ziehen soziale Ressourcen von
        tatsächlichen Problemen ab. In: Studi38

  • Mitgliedschaften:
    • GfM Gesellschaft für Medienwissenschaften

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